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2007-04-27 / ÖBB setzen auf Gesundheit

Betriebliche Gesundheitsförderung mit der VAEB als wissenschaftliche Begleitung

Foto_BGF_Pressekonferenz ÖBB













v.l.n.r.:  Ing. NIGL (ÖBB-DLG), Mag. HUBER (ÖBB-Holding),
G. WINKLER (VAEB), Dipl.-Ing. VÖLKL (VAEB)

Steigende Lebenserwartung und längere Erwerbstätigkeit erfordern vorbeugende Maßnahmen im Personalmanagement. Die Gesundheit der Mitarbeiter wird zunehmend zu einem maßgeblichen Produktivitätsfaktor. Am 27. April 2007 starten die ÖBB daher mit einem konzernweiten Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Wissenschaftlicher Begleiter und Partner ist die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB), die bereits auf eine langjährige erfolgreiche Erfahrung im Bereich Betriebliche Gesundheitsförderung verweisen kann. Die Initialkosten inklusive der Maßnahmen bis Ende nächsten Jahres betragen rund drei Millionen Euro.

Gründe für betriebliche Gesundheitsförderung

Gute Gründe, der Gesundheit von ArbeitnehmerInnen künftig größere Bedeutung zu schenken, gibt es viele: die soziodemographische Entwicklung und damit einhergehend die zu erwartende längere Erwerbstätigkeit ist nur eine davon. Hinzu kommen Faktoren wie steigender Wettbewerb um Nachwuchskräfte und Konkurrenzdruck. Im gesamten Wirtschaftsleben nehmen psychische Belastungen und chronische Erkrankungen zu – daraus ergibt sich ein Handlungsbedarf für Unternehmen, Versicherungsanstalten und Gesundheitspolitik. Primäre Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung sind daher: Gesundheitspotenziale stärken, Krankheiten am Arbeitsplatz vorbeugen und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern. 

Gesundheit als Produktivitätsfaktor

Für Martin Huber, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG, sprechen bei den ÖBB viele Gründe für das Vorhaben, der Gesundheit der MitarbeiterInnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken: „Wir tragen Verantwortung für 43.000 Menschen – und wir haben als einer der größten heimischen Arbeitgeber eine Vorbildfunktion am Arbeitsmarkt.“ Huber nennt aber auch wirtschaftliche Gründe: „Schon ein Krankenstandstag weniger pro Mitarbeiter und Jahr spart dem Konzern jährlich zwischen 3,5 und 4,5 Millionen Euro“, so der Bahnchef. Noch nicht eingerechnet seien dabei durch Gesundheit beeinflusste Faktoren wie etwa höhere Zufriedenheit und stärkere Identifizierung mit dem Unternehmen – beides Umstände, die ebenfalls maßgeblich zur Steigerung der Produktivität beitragen. 

Win-Win-Win-Situation für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Sozialversicherung

Betriebliche Gesundheitsförderung dürfe aber deshalb nicht vorrangig als Instrument zur Senkung der Krankenstandsrate verstanden werden, wie Franz Nigl, Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH und verantwortlicher Projektleiter versichert. „Unsere Mitarbeiter versehen zu einem guten Teil Turnusdienste und sind vielfach Stresssituationen ausgesetzt, etwa im Fahrbetrieb oder der Zugsicherung. Zudem liegt das Durchschnittsalter deutlich über 40 Jahre. Wir wissen, dass sich Erfolge bei Programmen dieser Tragweite nicht von heute auf morgen einstellen. Daher müssen wir jetzt Maßnahmen setzen, um für die Zukunft gerüstet zu sein“, so der ÖBB-Personalchef.

Gottfried Winkler, stellvertretender Vorsitzender der ÖBB-Konzernvertretung, geht noch einen Schritt weiter: Er fordert, dass Unternehmen, Arbeitnehmervertreter und Sozialversicherungsträger betriebliche Gesundheitsförderung zu einer Kernaufgabe erklären. “Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass jeder eingesetzte Euro bis zu vier mal wieder zurückkommt“, begründet der  Belegschaftsvertreter seinen Appell heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖBB-Management und VAEB. 

Mitarbeiter müssen eingebunden sein

Erfolg versprechend sei betriebliche Gesundheitsförderung jedoch nur, wenn das Unternehmen und dessen Führungskräfte geschlossen hinter dem Vorhaben stünden und die Mitarbeiter in die Entwicklung von Maßnahmen eingebunden würden, so Kurt Völkl, Generaldirektor der VAEB. Aufbauend auf einer konzernweiten Mitarbeiterbefragung hat die VAEB in den letzten Monaten gemeinsam mit den ÖBB bereits eine Reihe an Maßnahmen definiert, die nun detailliert ausgearbeitet werden. Dazu zählen: Schulungsmaßnahmen für Führungskräfte, Aufbau eines Gesundheitsportals, Kurse zur Raucherentwöhnung, Schulungen für richtige Körperhaltung, Seminare zur gesunden Ernährung und Stress-Prävention und viele andere mehr. 

Mit der Unterzeichnung der BGF-Charta bekennen sich die ÖBB zu den Grundsätzen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und halten ihre Absicht fest, die Unternehmenspolitik an diesen Prinzipien zu orientieren.

 

 

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