DRUCKEN

Geldleistungen


up

Bemessungsgrundlage

Geldleistungen aus der Unfallversicherung werden grundsätzlich an Hand der Bemessungsgrundlage errechnet. Für die Bemessungsgrundlage werden alle Dienstverhältnisse, für die Unfallversicherungspflicht nach dem ASVG besteht, im Jahr vor Eintritt des Versicherungsfalles herangezogen.

up

Versehrtenrente

Der Anspruch auf eine Versehrtenrente besteht, wenn und solange die Erwerbsfähigkeit als Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit über 3 Monate nach dem Eintritt des Versicherungsfalles hinaus um mindestens 20% vermindert ist. Die Höhe der Versehrtenrente ist von der Bemessungsgrundlage und dem Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit abhängig.

up

Zusatzleistungen

Versehrte, bei denen die Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 50% beträgt, gelten als Schwerversehrte und erhalten zu ihrer Versehrtenrente eine Zusatzrente in folgender Höhe:

Für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr erhält er einen Kinderzuschuss im Ausmaß von 10% der Versehrtenrente (einschließlich Zusatzrente), höchstens jedoch € 76,31. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres kann der Kinderzuschuss auf Antrag gewährt werden, wenn das Kind eine Schul- oder Berufsausbildung absolviert.

Die Summe aus Versehrtenrente + Zusatzrente + Kinderzuschuss darf den Betrag der Bemessungsgrundlage nicht überschreiten. Gegebenenfalls ist der Kinderzuschuss entsprechend zu kürzen.

up

Pflegegeld

Bezieher einer Vollrente (100% Minderung) können, wenn bei ihnen ein ständiger Pflegebedarf als Folge des Arbeitsunfalls oder der Berufskrankheit besteht, der mindestens 6 Monate andauert und mehr als 60 Stunden pro Monat beträgt, Pflegegeld erhalten. Die Einstufung erfolgt aufgrund eines fachärztlichen Gutachtens in eine der sieben Pflegegeldstufen.


up

Integritätsabgeltung

Wurde ein Versicherungsfall durch grob fahrlässige Außerachtlassung von Arbeitnehmerschutzvorschriften verursacht und hat der Versicherte dadurch eine erhebliche und dauernde Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Unversehrtheit erlitten, so gebührt ihm - wenn er auch einen Anspruch auf eine Versehrtenrente hat - eine angemessene Integritätsabgeltung. Es handelt sich dabei um eine einmalige Leistung, die nach der Schwere des Schadens abgestuft ist. Die genauen Bestimmungen sind in den Richtlinien der Unfallversicherung enthalten.


up

Witwen(Witwer)beihilfe

Stirbt ein Schwerversehrter, aber ist der Tod nicht Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, so erhält der überlebende Ehepartner grundsätzlich eine einmalige Beihilfe in der Höhe von 40% der Bemessungsgrundlage.

Stirbt ein Versicherter an den Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, so gebühren im wesentlichen folgende Leistungen:


up

Witwen(Witwer)rente

Dem überlebenden Ehegatten gebührt eine Rente im Ausmaß von 20% der Bemessungsgrundlage.

Diese Rente erhöht sich auf 40% der Bemessungsgrundlage, wenn

  • die Witwe das 60. bzw. der Witwer das 65. Lebensjahr vollendet hat, oder
  • solange die anspruchsberechtigte Person durch Krankheit oder Gebrechen wenigstens die Hälfte ihrer Erwerbsfähigkeit verloren hat.
up

Waisenrente

Jedes Kind eines(r) Versicherten, dessen(deren) Tod Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist, erhält eine Waisenrente im Ausmaß von 20% der Bemessungsgrundlage. Handelt es sich um ein doppelt verwaistes Kind, beträgt die Rente 30%. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres wird die Waisenrente ohne Antrag gewährt, nach Vollendung des 18. Lebensjahres ist die Gewährung nur auf Antrag möglich.


Der Kinderbegriff ist mit dem für die Gewährung eines Kinderzuschusses ident.


up

Zur Besteuerung von Unfallrenten

Mit Erkenntnis vom 7.Dezember.2002 G 85/02 - 8 hat der Verfassungsgerichtshof diese Besteuerung für die Jahre 2001 und 2002 aufgehoben.

Die Aufhebung trat aber erst mit Ablauf des 31. Dezember 2003 in Kraft. Für das Jahr 2003 blieb es daher bei der Besteuerung.

Seit 1.1.2004 sind Unfallrenten wieder steuerfrei.

All jene, deren Unfallrente im Zeitraum 2001/2002 besteuert wurde, bekommen auf Antrag beim zuständigen Wohnsitz-Finanzamt die komplette Unfallrentensteuer rückerstattet.

2003: In diesem Jahr wurde die Unfallrentenbesteuerung zwar noch eingehoben, es besteht in sozialen Härtefällen jedoch auch weiterhin die Möglichkeit, eine Unterstützung zu beantragen. Dies erfolgt beim zuständigen Bundessozialamt.