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aus VAE und VAdöB wird VAEB


Die zum 1.1.2005 zum Tragen gekommene Fusion der Versicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen (VAE) und der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaus (VAdöB) ist eine große Herausforderung für die Zukunft; die Zusammenarbeit der beiden Träger wurde jedoch schon im Vorfeld durch Kooperationen in mehreren Bereichen "geprobt", so dass den neuen Anforderungen mit Zuversicht entgegengetreten werden kann.



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Versicherungsanstalt der österr. Eisenbahnen - Die 'VA'

56 Jahre Erfolgsgeschichte

Der Beginn
Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es Vorläufer der heutigen Kranken- und Unfallversicherung in Gestalt der Eisenbahn- Betriebskrankenkassen und der berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen. Diese Unfallversicherungsanstalt errichtete und bezog 1913 das Gebäude an der Linken Wienzeile, das auch heute noch die Zentrale der VA beherbergt.


"Tausend" Jahre und Zweite Republik
Diese Einrichtungen überstanden auch die Zeit des deutschen Reiches und wurden nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der wieder erlangten Selbstständigkeit Österreichs provisorisch weitergeführt. Um die deutschen Rechtsvorschriften zu ersetzen und der Sozialversicherung eine gültige rechtliche Grundlage zu geben, wurde 1947 das Sozialversicherungs- Überleitungsgesetz beschlossen, das am 1. Jänner 1948 in Kraft trat. Durch dieses Gesetz wurde die Versicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen mit ihrer Zuständigkeit für die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung gegründet. Gleichzeitig wurde auch die Selbstverwaltung wieder eingerichtet und in der ersten Vorstandssitzung am 26. Jänner 1948 wurde Josef Mittermüller zum ersten Obmann der VA gewählt.

Die ersten Jahre standen ganz im Zeichen der Wiedererlangung des hohen Leistungsniveaus für die Versicherten. Durch Gesetze aus den Jahren 1949 und 1951 gelang es, das Leistungsrecht der Eisenbahner an das der Bundesbediensteten anzugleichen. Diese Angleichung wurde auch im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) festgeschrieben.


Aufbau und Fortschritt
In den späten 50er und den 60er Jahren war einer der Hauptschwerpunkte der VA der Ausbau und die Modernisierung der Kur- und Erholungseinrichtungen und ihre Aufwertung von reinen Erholungseinrichtungen zu vorwiegend medizinisch orientierten Behandlungseinrichtungen.


Erreichtes erhalten, neue Wege gehen
Im Lauf der Jahrzehnte war es immer das vorrangige Ziel der VA, das Leistungsniveau für ihre Versicherten hoch zu halten und das Service laufend zu verbessern. Dieses Ziel wurde auch in schwierigen Zeiten und trotz aller Veränderungen, die den Sozialversicherungsbereich trafen, niemals aus den Augen verloren. Als Beispiele dafür seien nur die berufsorientierte Gesundenuntersuchung, die Beteiligung an der WELLCON GmbH und die zahlreichen Gesundheitstage genannt. Viele Dinge, die heute für die Sozialversicherung im Gespräch sind, hat die VA bereits seit längerem in ihrem Arbeitsalltag integriert. Bereits seit Anfang der 90er Jahre bekommt jeder Versicherte eine Kosteninformation, die über die erbrachten Leistungen informiert. Mit der Übernahme der Zuständigkeit für die Angestellten der ÖBB in der Pensionsversicherung 1998 wurde eine lang erhobene Forderung endgültig verwirklicht und die VA ein umfassender berufsständischer Versicherungsträger. Das Allspartenservice, das heute von der Sozialversicherung gefordert wird, hat die VA bereits seit Beginn an verwirklicht, da sie alle drei Versicherungszweige unter einem Dach vereint.

Die Zukunft
Mit dem Beschluss, eine Kooperation mit einem anderen berufsständischen Träger, der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaues, einzugehen, wurde ein weiterer Schritt zur Absicherung der Zukunft gemacht. Da aus dieser Kooperation eine Fusion wurde, endete am 31.12.2004 die 56jährige Erfolgsgeschichte der VA und es begann ein neues Kapitel.


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Die Versicherungsanstalt des österr. Bergbaues

Von den Bruderladen…
Zunächst finanziert allein durch freiwillige Beiträge der Bergknappen - entstanden mit den Bruderladen Gemeinschaftskassen, aus denen im Anlassfall die Bergleute oder ihre Hinterbliebenen finanzielle Unterstützungen, wenn auch bescheidener Natur, erhielten. In verschiedenen Bergordnungen verankert, wurden die Bruderladenstatuten im Laufe der Zeit erweitert und die Leistungen verbessert. Im Allgemeinen Berggesetz von 1854 erhielten sie eine gesetzliche Grundlage und im Bruderladengesetz von 1889 wurde schließlich das Bruderladenwesen einheitlich und umfassend gesetzlich geregelt.


…über andere Regelungen…
1933 kam es zur Auflösung der jahrhundertealten Bruderladen durch die Bergarbeiterversicherungsordnung, 1939 erfolgte die Einbeziehung in das Reichsknappschaftsgesetz. Durch das Sozialversicherungsüberleitungsgesetz im Jahre 1948 kam es zur Wiederherstellung der Selbstverwaltung und der Errichtung der Bergarbeiterversicherungsanstalt als Träger der knappschaftlichen Kranken- und Rentenversicherung mit dem Sitz in Graz.


…zum ASVG
Durch das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz im Jahre 1956 erhielt die Bergarbeiterversicherung den Namen "Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaues". Zu Recht können daher der Bergmann als Pionier und seine Bruderladeneinrichtungen als Vorläufer der heutigen Sozialversicherung bezeichnet werden. An deren Grundgedanken, der Solidarität zwischen Gesunden und Kranken, Jungen und Alten, Besserverdienenden und Beziehern niedriger Einkommen, hat sich bis heute nichts geändert.


Entwicklungen der letzten Zeit
Änderungen sind jedoch insofern eingetreten, als die vergangenen Jahrzehnte geprägt waren durch neue Aufgabenstellungen, die letztendlich dazu führten, dass sowohl das Leistungsniveau als auch das Service für die Versicherten ständig verbessert werden konnten. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Bestreben der VADÖB, innerhalb der österreichischen Sozialversicherung auf dem Gesundheitssektor eine führende Position einzunehmen. Dies wird vor allem am Beispiel der Gesundheitsvorsorgeeinrichtung Josefhof deutlich, wo es gelungen ist, neben den traditionellen Erholungsaufenthalten neue innovative gesundheitsfördernde Therapiefelder im Interesse der Versicherten anzusiedeln. Das Angebot reicht von der Raucherentwöhnung über Ernährungs- und Bewegungsschulungen bis hin zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Versicherten sind eingeladen, aktiv an der Verbesserung ihrer Gesundheit mitzuarbeiten; längerfristige Erfolge sind - wie Evaluierungen gezeigt haben - durch aktive Beteiligung eher gewährleistet.


Neue Tätigkeitsfelder
Nicht unerwähnt darf bei dieser Gelegenheit bleiben, dass vor kurzem am Standort Josefhof zusätzlich ein Wissenschaftliches Zentrum eröffnet wurde, welches sich u.a. auch mit der Entwicklung von Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogrammen nicht nur für die eigenen Versicherten, sondern auch für externe Auftraggeber beschäftigen wird. Da die bereits erwähnte kontinuierliche Aufgabenerweiterung auch an die MitarbeiterInnen sehr große Anforderungen stellt, wurden durch eine an die Unternehmensentwicklung angepasste Personalentwicklung Voraussetzungen geschaffen, die es möglich machen, dass die persönliche Entfaltung der MitarbeiterInnen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit nach besten Kräften gefördert wird. Dass der Ende 1997 begonnene Weg in der Personalentwicklung der richtige war, ist einerseits durch die Verleihung des Speyerer Qualitätspreises (= Vergleich von Verwaltungseinrichtungen der Länder Österreich, Deutschland und Schweiz) im Jahre 2002 und andererseits durch die Zertifizierung nach EN ISO 9001:2000 im Jahr 2003 belegt. Zertifiziert sind aber auch die Arbeitsbereiche Kundenplattform und Benchmarking, und zwar beide seit 2001. Schon das Wort Kundenplattform macht deutlich, dass durch eine Bündelung von MitarbeiterInnen, Fachwissen und technischem Knowhow jener Standard geschaffen wurde, der eine umfassende und vor allem unbürokratische rasche Hilfe und Betreuung des Versicherten gewährleistet. Aber auch neues Wissen hat vor einigen Jahren Einzug gehalten, und zwar wurde die Anstalt 2000 beauftragt, für Effektivitäts- und Effizienzanalysen sowie Benchmarking ein Kompetenzzentrum zu errichten, um für die österreichische Sozialversicherung auf diesem Gebiet tätig werden zu können.