2009-05-07 / Geld zurück durch Mitverantwortung
VAEB setzt mit bundesweitem Pilotprojekt innovatives Anreizsystem für ihre Versicherten ein.
Jährlich zu verzeichnende – entsprechend kostenintensive – Steigerungsraten im Bereich der heilmittel und Medikamente haben zwangsläufig zu einem umfassenden Nachdenkprozess seitens des Gesundheitswesens in Österreich geführt. Diese ökonomischen Überlegungen werden oftmals als zwanghafte und die Qualität der Versorgung, mindernde Maßnahmen verstanden.Im Gegenteil steht das Bestreben einer nachhaltigen und langfristigen Absicherung der, in Österreich überdurchschnittlich hohen Versorgungsqualität, im Vordergrund.
Die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) ist seit vielen Jahren, in Kooperation mit ihren Vertragspartnern, bestrebt eine langfristige, qualitativ unverändert hochwertige Versorgungsqualität garantieren zu können. Mit einem Verordnungsanteil von 43 Prozent an möglichen kostengünstigen Arzneispezialitäten, durch ihre Vertragspartner, liegt die VAEB deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 20 Prozent.
VAEB-Obmann Gottfried Winkler: „Dennoch möchten wir weitere Initiativen setzen, um den Anteil zu steigern. Denn jeder Cent, den wir bei den Medikamentenkosten einsparen können, steht den Versicherten in einem anderen bereich wieder zur Verfügung. Unser oberstes Ziel ist es, auch in schwierigen Zeiten die Qualität des österreichischen Gesundheitswesens zu erhalten. Und dafür braucht es innovative Projekte.“
Aus marktwirtschaftlicher Sicht unterliegen auch Heilmittel und Medikamente entsprechenden Steuerungsmechanismen. Gerade in diesem Sektor des Gesundheitswesens spielt das Prinzip der angebotsindizierten Nachfrage eine wesentliche Rolle. Nach Ablauf patentschutzrechtlicher Fristen führen gesetzlich normierte Preisregulative zwangsläufig zu einer Verschiebung von Marktanteilen innerhalb der jeweiligen Wirkstoffgruppen von Arzneispezialitäten. Qualitativ gleichwertige, aber wesentlich preisgünstigere Arzneispezialitäten stehen, unter Garantie eines unveränderten Therapieerfolges, zur Verfügung. Gerade im Bereich der Heilmittel/Medikamente kann nicht davon ausgegangen werden dass teure Produkte zwingend auch die Besten sind. Sowohl Erstpräparate als auch kostengünstigere Folgepräparate unterliegen den gleichen, strengen Qualitäts- und Wirksamkeitskontrollen. Nur genauestens kontrollierte Arzneimittel dürfen in weiterer Folge in den Apotheken abgegeben werden.
Letztendlich ist dieses Ziel aber nur unter Mitwirkung unserer Versicherten, der PatientInnen, zu erreichen. Die VAEB wird daher ab Jänner 2009 im Rahmen des Pilotprojektes „Best Price Euro“ jede, durch einen Vertragsarzt erfolgte, Verordnung, einer qualitativ gleichwertigen, kostengünstigeren Arzneispezialität – innerhalb von fünf ausgewählten Wirkstoffgruppen - in Form einer Vergütung in Höhe von € 1,-- im Zuge der Behandlungsbeitragsvorschreibung honorieren.
Folgende fünf Medikamentengruppen wurden in das Projekt einbezogen:
- Magensäureblocker und Magenschutzmedikamente
- Bluthochdruckmittel bei Herzschwäche
- Entwässerungs- und Blutdruckmittel
- Cholesterinsenkende Präparate
- Antidepressiva
Winkler: „Uns ist wichtig zu betonen, dass wir mit diesem Projekt keine Einflussnahme auf die gesetzlich gewährleistete Therapiefreiheit nehmen, sondern das Bewusstsein für sinnvolle Einsparungen schärfen wollen.“
Nähere Infos erhalten Sie unter 050 2350–31301 (Hr. Michael HUEBER)
Info-Service