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Rehabilitationsgeld und Case Management


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Rehabilitationsgeld

Rehabilitationsgeld wird jenen Personen gewährt,

  • für die von der Pensionsversicherung vorübergehend eine Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit für mindestens 6 Monate mit Bescheid festgestellt wurde,
  • eine berufliche Rehabilitation nicht zumutbar und zweckmäßig ist und
  • die am 1.1.2014 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben

Eine bereits zuerkannte befristete Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension bleibt für diesen Personenkreis bis zum Ablauf der Befristung aufrecht.

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Höhe und Dauer des Rehabilitationsgeldes

Das Rehabilitationsgeld gebührt

  • in der Höhe des Krankengeldes und
  • ab dem 43. Tag im Ausmaß des erhöhten Krankengeldes,
  • mindestens jedoch in der Höhe des Ausgleichzulagenrichtsatzes für Alleinstehende, wenn der Wohnsitz des/der Anspruchsberechtigten im Inland liegt.


Hat eine Person unmittelbar nach dem Ende der befristet zuerkannten Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeits-Pension Anspruch auf Rehabilitationsgeld, gebührt dieses im Ausmaß der zuletzt bezogenen, um 11,5 % erhöhten Pension (einschließlich der dazu geleisteten Ausgleichszulage und der dazu geleisteten Kinderzuschüsse). Diese Regelung betrifft allerdings nur jene Fälle, deren befristete Pension bis spätestens 2015 ausläuft und die sodann unmittelbar Anspruch auf Rehabilitationsgeld haben.

Das Rehabilitationsgeld gebührt für die Dauer der vorübergehenden Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit.

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Lohnsteuer

Rehabilitationsgeld ist nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes bis zu einer Höhe von täglich EUR 30,00 lohnsteuerfrei. Gebührt ein höheres Rehabilitationsgeld, so ist für den EUR 30,00 übersteigenden Betrag Lohnsteuer in der Höhe von 25,0 Prozent zu leisten.


Beispiel
:
Ihr tägliches Rehabilitationsgeld beträgt EUR 40,00.
Davon sind EUR 30,00 lohnsteuerfrei.
Vom Restbetrag (EUR 10,00) bezahlen Sie 25,0 Prozent Lohnsteuer - also täglich EUR 2,50.
Täglicher Auszahlungsbetrag netto = EUR 37,50.


Bitte beachten Sie:
Wenn Sie pro Kalenderjahr mehr als ein lohnsteuerpflichtiges Einkommen haben - z. B. Gehalt vom Dienstgeber und Rehabilitationsgeld - werden Sie vom Finanzamt aufgefordert, eine Arbeitnehmerveranlagung einzureichen. Auf Grund der Pauschalbesteuerung des Rehabilitationsgeldes mit 25,0 Prozent kann es beim „Steuerausgleich“ zu Lohnsteuernachzahlungen kommen.

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Zusammentreffen mit Krankengeld

Besteht ein Anspruch auf Rehabilitationsgeld während eines Krankengeldanspruches, ruht das Krankengeld.

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Zusammentreffen mit Erwerbseinkommen

Wird während des Rehabilitationsgeldbezuges eine Erwerbstätigkeit mit einem monatlichen Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze ausgeübt, gebührt nur ein Teilrehabilitationsgeld.

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Ruhen des Rehabilitationsgeldes 

Der Anspruch auf Rehabilitationsgeld ruht, wenn der Anspruch auf Entgeltfortzahlung aus einer für die Bemessung des Rehabilitationsgeldes maßgeblichen Erwerbstätigkeit zusammentrifft,

  • solange Ihnen Ihr Dienstgeber auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen (EFZG, AngG usw.) mehr als 50 % der Geld- und Sachbezüge weiterbezahlt.
    Achtung: Zahlt Ihnen Ihre Dienstgeberin bzw. Ihr Dienstgeber auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen 50 % der Geld- und Sachbezüge, ruht das Rehabilitationsgeld zur Hälfte
  • solange Sie von Ihrer Dienstgeberin bzw. Ihrem Dienstgeber noch eine Urlaubsersatzleistung oder Kündigungsentschädigung erhalten
    Der Anspruch auf Rehabilitationsgeld kann ruhen,

  • wenn Sie die im Rahmen des Case Managements vorgesehenen Abläufe oder Maßnahmen vereiteln oder verzögern, indem Sie Ihrer Mitwirkungsverpflichtungen wiederholt nicht nachkommen. 
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Case Management

Im Rahmen eines „Case Managements“ wird die bzw. der Anspruchsberechtigte von der zuständigen Case Managerin bzw. dem zuständigen Case Manager kontaktiert und eingeladen, damit der Bedarf der erforderlichen medizinischen Maßnahmen festgestellt und ein Versorgungsplan erstellt werden kann.

Der Pensionsversicherungsträger kann das Rehabilitationsgeld entziehen, wenn die zu rehabilitierende Person, die ihr zumutbare Mitwirkung an medizinischen Maßnahmen der Rehabilitation verweigert.