DRUCKEN

2013-03-22 - Verleihung der Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung


Im Rahmen des „Informationstages für Betriebliche Gesundheits-förderung“ der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) am 6. März 2013 in der ÖBB Produktion GmbH am Stützpunkt Matzleinsdorf wurde auch heuer wieder das Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung an sieben VAEB Mitgliedsunternehmen verliehen.

linkIfGP-Logo (60.3 KB)


Ausgezeichnet wurden erstmalig das Institut für Gesundheitsförderung und Prävention GmbH sowie die Rohöl-Aufsuchungs AG und bereits zum wiederholten Male vier ÖBB Teilgesellschaften (RCA, Produktion, Perso-nenverkehr und Infrastruktur) als auch die Pengg Austria GmbH. Die Ver-leihung der BGF-Gütesiegel fand durch Bundesminister Alois Stöger, diplomé sowie unter Anwesenheit des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), Förderer des BGF-Gütesiegels, dem Obmann der VAEB Gottfried Winkler und dem VAEB Generaldirektor Univ. Prof. DI Kurt Völkl statt.

Bundesminister Stöger unterstrich einmal mehr die Notwendigkeit die Arbeitswelt gesund zu gestalten und die entsprechenden Voraussetz-ungen für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit zu schaffen. Laut BM Stöger sei der Arbeitsplatz einer der wichtigsten Orte an dem die Möglichkeit besteht, die Gesundheit zu fördern bzw. langfristig zu erhalten.
Obmann Winkler wies auf das „BGF-Netzwerk“ der VAEB hin, zu dem schon an die 20 Groß- und Kleinbetriebe aus ganz Österreich gehören und erklärte, dass die BGF bereits seit vielen Jahren ein deklariertes Gesundheitsziel der VAEB ist. Im Rahmen seines Vortrages betonte Generaldirektor Völkl die seiner Ansicht nach notwendige Weiterent-wicklung im Bereich der Evaluierung und Wirkungsmessung der BGF, sowie die Bereitschaft der VAEB die Betriebe dabei zu unterstützen.

Das BGF-Gütesiegel prämiert die Leistung eines Betriebes für ein erfolgreich abgeschlossenes BGF-Projekt bzw. für die nachhaltige Implementierung des Themas Gesundheit als Managementansatz in den Regelbetrieb. Die Herangehensweise und die Umsetzung orientieren sich an bestimmten Qualitätskriterien, die in Abhängigkeit der betrieblichen Ausgangssituation maßgeschneidert an den betrieblichen Bedarf angepasst werden. Die VAEB unterstützt die Mitgliedsunternehmen dabei durch konkrete Sachleistungen bzw. durch Beratungsangebote seitens ihrer Subunternehmen Fa. Wellcon und IfGP. Einmal im Jahr haben die Unternehmen die Möglichkeit, einen Antrag auf Verleihung des Güte-siegels zu stellen, das bei Erfüllung aller Kriterien auf drei Jahre befristet verliehen wird.

Neben dem BGF-Gütesiegel wurde heuer zum zweiten Mal von der VAEB auch das Zertifikat „rauchfreier Betrieb“ an drei Unternehmen übergeben. Dieses Zertifikat der VAEB würdigt Unternehmen, in welchen Konzepte und Maßnahmen der betrieblichen Tabakprävention Anwendung finden und wird je nach Umsetzungsgrad in Gold, Silber und Bronze vergeben. Diese besondere Auszeichnung erhielten heuer in Silber die Rail Cargo Austria AG, die Steiermärkische Landesbahnen und die Veitsch-Radex GmbH & Co OG (Werk Breitenau).

BGF - Gütesiegel 2013 - 2015

RAG
RAG Rohöl-Aufsuchungs AG (441 MA)

Seit 2000 bietet die RAG ihren MitarbeiterInnen ein umfassendes Gesundheitsprogramm, angefangen vom jährlich stattfindenden Gesundheitstag, wo zahlreiche Sportarten und Gesundheitsaktivitäten ausprobiert werden können, über Gesundheitschecks und –analysen (sowohl betreffend die physische als auch psychische Gesundheit) bis hin zu Weiterbildungsangeboten zu Gesundheitsthemen (wie Ernährung, Bewegung und Stress). Darüber hinaus wird kontinuierlich an organisationalen Verbesserungen gearbeitet: So wurden neue Arbeitszeitmodelle implementiert, die Führungskräfte geschult sowie ständig auf eine ergonomische Ausrichtung der Arbeitsplätze (mit Hilfe von Arbeitsmedizin, Sicherheitsfachkräften und Sicherheitsvertrauenspersonen) großer Wert gelegt. Der Bereich Gesundheit in der RAG wurde 2011 durch die Einstellung einer eigens dafür zuständigen HR-Analystin und der damit einhergehenden noch stärkeren Fokussierung auf dieses Thema (welches zuvor eine Teilaufgabe des GSU-Managers war) aufgewertet. Die Ergebnisse der MitarbeiterInnenumfrage und die daraus abgeleiteten Maßnahmen sowie nächsten geplanten Schritte wurden in einer Gesundheitsbroschüre zusammengefasst und an alle MitarbeiterInnen inkl. eines Goodies (einer Müslipackung als Anreiz für eine gesunde Ernährung) ausgegeben.


PENGG
Pengg Austria GmbH (208 MA)

Durch monatliche Gesundheitsaktionen werden die MitarbeiterInnen der Pengg Austria über aktuelle Vorhaben der Betrieblichen Gesundheitsförderung, welche seit 2004 fester Bestandteil im Unternehmen ist, informiert sowie mittels Gesundheitstipps dazu animiert, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Unterstützung für ein gesundheitsbewusstes Verhalten erhalten die MitarbeiterInnen durch diverse Gesundheitschecks (berufsorientierte Gesundenuntersuchung, Hautvorsorgeuntersuchung, Bioelektrische Impedanzanalyse), Sportveranstaltungen (wie dem wöchentlichen Nordic Walking-Treffen, Schi- und Radtouren, Wandertage, Teilnahme an Hallenfußballturniere und am Businesslauf), gesundes Essen (Förderung einer gesunden Jause und Essensangebot einer Naturküche) und Workshops zu gesundheitsbezogenen Themen. Selbstverständlich wird zudem auf eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung geachtet. In letzter Zeit wurden diesbezüglich vor allem bauliche Maßnahmen vorgenommen; So wurden diverse Büroarbeitsplätze ergonomisch ausgerichtet, die Duschräume umgebaut und der Jausenraum neugestaltet. Außerdem wurden die Führungskräfte geschult als auch zusätzliche Sicherheitsvertrauenspersonen ausgebildet.


infra gesund
ÖBB-Infrastruktur AG (16.717 MA)

Betriebliches Gesundheitsmanagement wird bei der ÖBB-Infrastruktur seit Abschluss des BGF-Projektes 2009 im Regelbetrieb umgesetzt. Dabei wird großer Wert auf die interne Kommunikation (persönliche Kommunikation über diverse BGF-MultiplikatorInnen, wie Gesundheits- und Bewegungscoaches als auch schriftlich über eine eigene Intranetseite, den monatlich erscheinenden Newsletter und Printmedien, wie Folder, Aushänge/Plakate und MA-Zeitung) sowie eine starke Einbeziehung der MitarbeiterInnen (bspw. durch Gesundheitszirkel, MA-Befragungen, MA-Tage) gelegt. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Schwerpunktthemen bzw. Zielgruppen identifiziert, zu welchen dementsprechende Maßnahmen umgesetzt wurden und laufen werden: Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe erstellte ein umfassendes Konzept zum Generationenmanagement, das so genannte Betriebliche Case Management wurde eingeführt, um erkrankte oder verunfallte MitarbeiterInnen möglichst gut wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren und ein Gesundheitsprogramm für die MitarbeiterInnen der Betriebsführungszentrale wurde erarbeitet. Zukünftig wird es für jedes Jahr einen inhaltlichen Schwerpunkt geben, angefangen von Ernährung, über Bewegung bis hin zur mentalen Stärke, zu welchem es zahlreiche Veranstaltungen geben wird.


Xund fürs Leben
ÖBB Produktion GmbH (6.089 MA)

Betriebliche Gesundheitsförderung wird seit 2007 in der ÖBB Produktion als unternehmerischer Wert gelebt und ist im Unternehmensleitbild verankert. Die Gesundheitscoaches, welche Gesundheitszirkel leiten und moderieren, planen gemeinsam mit dem Gesundheitsteam, inkl. Führungskraft und Betriebsrat, Maßnahmen und tragend diese an die Gesundheitsmanagerin heran. Die MitarbeiterInnen haben vor allem Probleme im Bewegungsapparat, weshalb das Thema Bewegung stark fokussiert wird. Dazu wurden und werden laufend Bewegungscoaches aus- und weitergebildet, welche für mehr Bewegung im Unternehmen (bspw. durch Bewegungspausen) sorgen und Unterstützung von den österreichweit im Einsatz stehenden Nordic-Walking-Instruktoren erhalten. Die gesundheitsförderlichen Maßnahmen beziehen sich neben der Bewegung auch auf andere gesundheitsrelevanten Bereiche wie Ernährung, Raucherentwöhnung und Stressprävention. Auch die Führungskräfte werden bezüglich BGF mit ins Boot geholt und erhielten u.a. eine Schulung zum Thema „gesundes Führen“. Durch ein jährliches für die BGF zur Verfügung gestelltes Budget und der Bestellung einer ganztags für das BGM zuständigen Gesundheitsmanagerin ist die Fortsetzung bewährter Maßnahmen sowie die Umsetzung neuer Programme sichergestellt.


PV Aktiv Gesund
ÖBB-Personenverkehr AG (2.855 MA)

Mit dem Projekt „PV AktivGesund“ wurde 2007 das Gesundheitsmanagement in der ÖBB-Personenverkehr AG gegründet und im Juli 2009 in die Linienorganisation überführt. Im Zuge des BGM wurde unter anderem das Aufgabengebiet in den Funktionsbeschreibungen der Führungskräfte („Führen unter Berücksichtigung des Gesundheitsmanagements“, Durchführung von MAG, das um gesundheitsrelevante Fragestellungen ergänzt wurde) sowie der Bildungskatalog um gesundheitsrelevante Bildungsmaßnahmen (bspw. Führungskräftetraining „Gesundes Führen und die Gesundheitsförderungswoche am Josefhof „Unregelmäßiger Dienst (Schichtarbeit“) erweitert. Mit dem 3 Jahresprogramm „Gesund und Fit 2015“ werden zu jährlichen Schwerpunktthemen (Ernährung, Bewegung und mentale Stärke) gezielte Maßnahmen geplant und umgesetzt, wie Muskelkraftanalyse „Easy Torque“ und Bio-Impedanz-Analyse mit anschließenden Workshops. Zudem können zur Reduzierung von psychischen Arbeitsbelastungen MitarbeiterInnen, die Stress und Belastungen durch direkten Kundenkontakt ausgesetzt sind, arbeitspsychologische Sprechstunden in Anspruch nehmen.


RCAcare
Rail Cargo Austria AG (2.568 MA)

Die Rail Cargo Austria AG, wo BGF seit 2007 gelebt wird, hat für ihre MitarbeiterInnen ein betriebseigenes Fitnessstudio auf einer Fläche von 200m² errichtet sowie für eine rauchfreie Unternehmenszentrale, für welche auch bauliche Maßnahmen vorgenommen, gesorgt. Gesundheit ist zudem fixer Bestandteil der RCA-internen Schulungen, angefangen von der Lehrlingsausbildung bis hin zur Führungskräfteentwicklung. Während viele der gesundheitsförderlichen Maßnahmen (MitarbeiterInnengespräche, Erste-Hilfe-Auffrischungskurse, Obstaktionen, gesundes Frühstück, Sportveranstaltungen und vieles mehr) der gesamten Belegschaft zugutekommt, werden auch zielgruppenspezifische Programme, wie das umfassende Gesundheitsprogramm „Heben und Tragen“ speziell für manuell tätige MitarbeiterInnen, das Lehrlingsgesundheitsprogramm „Alkoholprävention“ sowie Workshops zum Thema Ergonomie und Stressprävention für BüromitarbeiterInnen, umgesetzt. Die Ergebnisse aus laufenden Evaluierungen werden als „Lessons Learned“ für die weitere Entwicklung von Gesundheitsprogrammen berücksichtigt und darüber hinaus werden Impulse aus dem Gesundheitsmanagement für die Personalentwicklungsprogramme herangezogen.


iBGF
Institut für Gesundheitsförderung und Prävention GmbH (25 MA)

Im Februar 2011 erfolgte das Kick-Off des BGF-Projektes. Nach der ersten Befragung und mehreren Workshops mit den MitarbeiterInnen konnten insgesamt 60 Maßnahmen erarbeitet werden. Beispiele für die durchgeführten Maßnahmen sind die inhaltliche Konzentration auf weniger, dafür spezifische Fachthemen inkl. darauf aufbauender gezielter Personalentwicklungsmaßnahmen, die stärkere Berücksichtigung der vorhandenen Zeitressourcen bei Projektanfragen, die kontinuierliche Überprüfung der Arbeitsbeanspruchungen sowie die gezielte Forcierung eines sehr positiven sozialen Klimas. Weiters wurden verbesserte Abläufe im Projektmanagement festgelegt, Zeit für den fachlichen Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen zur Verfügung gestellt, und ein regelmäßig erscheinender Newsletters seitens der Geschäftsführung eingeführt. Im Bereich Bewegung und Ernährung sind die wöchentlich angebotenen Turneinheiten, die Organisation eines Fitness-Checks sowie die täglich durchgeführten Kurzbewegungspausen und die Finanzierung von Obst und die Teilfinanzierung eines warmen (gesunden) Mittagessens zu nennen. Organisatorisch wurde eine Gesundheitsbeauftragte ernannt und die Steuergruppe um Schlüsselpersonen (BGF-Experte und Bereichsleiter) erweitert. Für das kommende Jahr sind unter anderem die Durchführung eines Gesundheitszirkels geplant, sowie Vorträge bzw. Angebote in den Bereichen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit.