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Kein schönes Frühlingserwachen für Allergiker

Frau mit Heuschnupfen, iStockphoto

Die Sonne und die warmen Temperaturen lassen die Pollenbelastung explodieren.

Pünktlich mit den steigenden Temperaturen sind sie wieder da: Die Pollen, vor allem jene von Hasel und Erle. Wenn die Pflanzen austreiben und sich die meisten Menschen über das sprießende Grün und die bunten Blüten freuen, bedeutet das für Menschen mit Allergien nichts Gutes. 

Sie leiden unter Niesattacken, einer rinnenden Nase, Kopfschmerzen, roten, verschwollenen Augen und Husten- beziehungsweise Asthmaanfällen. Äußerst unangenehme Symptome, die den Alltag beeinträchtigen und mitunter auch schwere Folgeerkrankungen wie allergisches Asthma auslösen können.

Fakt ist: Die durch Pollen ausgelösten Allergien nehmen immer mehr zu. Gründe dafür sind steigende Ozon- und Feinstaubkonzentrationen in der Luft, Pflanzen mit immer aggressiveren Allergenen, übertriebene Hygiene, aber auch zunehmender Stress. Unser Immunsystem wird durch diese Faktoren getäuscht und erklärt die eigentlich harmlosen Pollen zu Feinden. Das Abwehrsystem wird dadurch in höchste Alarmbereitschaft versetzt und schüttet in hohem Maß Histamin aus. Dieses löst dann – bei prädisponierten Personen, die zu Allergien neigen, den Heuschnupfen aus. 

Aber was können Allergiker tun, um ihr Leiden zu lindern?

  • Primär sollten Allergiker ihren Tagesablauf auf ihre Beschwerden einstellen.
    Mittags ist die Pollenbelastung in der Regel am größten. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land. In Städten fliegen meist morgens die wenigsten Pollen, während auf dem Land am Abend die Pollenbelastung am niedrigsten ist.
  • Sport und Training im Freien sind während des Heuschnupfens nicht anzuraten.
    Sie atmen sonst zu viele Allergene ein und riskieren Atemnot und heftige allergische Reaktionen.
  • Pollen haften auch an der Kleidung. Daher nur im Badezimmer ausziehen und nicht im Schlafzimmer. Die Kleidung gleich in die Wäsche geben und die gewaschenen Sachen nicht im Freien trocknen.
  • Regelmäßiges Duschen und Haarewaschen sind in Heuschnupfenzeiten Pflicht.
    Die Pollen setzen sich in den Haaren fest.
  • Fenster tagsüber schließen, auch jene vom Auto.
    Die Filter der Klimaanlage regelmäßig wechseln.
  • Gegen den Juckreiz in der Nase helfen tägliche Nasenspülungen mit Salzwasser.
    Das spült die Pollen aus und desinfiziert die Nasenschleimhaut.
  • Gegen Hustenanfälle helfen Efeupräparate.
    Bei verschleimten Bronchien sind Inhalationen hilfreich.
  • Bei Kopfschmerzen kann ein kalter Gesichtsguss rasche Linderung bringen.
    Auch das Einreiben mit Pfefferminzöl auf Schläfen und im Nacken bringt Linderung.
  • Mit Gel gefüllte Kühlbrillen helfen gegen verschwollene Augen.
    Auch in Kamillentee getränkte Wattebäusche können helfen.
  • Da Stress Mitauslöser und Verstärker von Heuschnupfen ist, sollten Sie mental dagegen angehen. Yoga, Meditationstechniken oder autogenes Training sind zu empfehlen.
  • Vitaminreiche Kost ist ein absolutes Muss, wenn Sie gegen Allergien ankämpfen wollen. Besonders Vitamin C sollte in verstärktem Maß zugeführt werden. Greifen Sie hier zu Paprika, Broccoli, Grünkohl, Kartoffeln, Holunderbeeren und Petersilie, denn diese sind histaminarm. Äpfel, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Thymian sind reich an Antioxidantien und helfen, die Symptome des Heuschnupfens zu lindern.
  • Vermeiden Sie histaminhältige Lebensmittel wie lange gereiften Käse, Salami, Nüsse, Thunfisch und Weißwein, da Histamin die Symptome verstärkt.
  • Viel kalorienfreie Getränke wie Tee, Wasser, Mineralwasser trinken – das hält die Schleimhäute feucht, die so Pollen besser abfangen können.

Treten starke Beschwerden wie Lungenprobleme auf, so sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er kann antiallergische Tabletten oder Antihistaminika verschreiben oder eine Hyposensibilisierung – eine sogenannte Allergieimpfung – empfehlen. Dabei wird den Betroffenen das Allergen in langsam steigender Dosis gespritzt, um sie dagegen unempfindlich zu machen.


Leitender Arzt Dr. Grabner
MR Dr. Peter Grabner
Leitender Arzt der VAEB